(Mattersburg, 12. 12. 2011): „Wird das Burgenland bald zum Graz von Österreich?“ fragt sich Sonja Sieber, Bezirkssprecherin der Grünen. Tief besorgt zeigt sich Sieber über die Meldungen der letzten Wochen:
Seit 2010 weist das Umweltbundesamt in seinem Jahresbericht wieder höhere Werte für die Konzentration an Feinstaub auf. Davor gab es längere Zeit einen Abwärtstrend. So waren zwischen 2000 und 2009 die Werte für die besonders kleinen Teilchen (PM 2,5) im Österreichschnitt um 13 Prozent gesunken, jene für PM 10 um 9,1 Prozent. Das einzige Bundesland, in dem beide Werte in dieser Zeitspanne zunahmen, ist das Burgenland!
„Feinstaub hört, riecht und sieht man nicht – daher verhalten sich die zuständigen PolitikerInnen auch wie die drei Affen,“ ärgert sich Sieber. „Wo bleiben entsprechende Maßnahmen, wo bleibt die Information der Bevölkerung?“
Die Grüne erklärt, dass die Gefährlichkeit des Feinstaubs daher rühren würde, dass diese Teilchen bis hinunter in die Lungenbläschen und zu einem sehr großen Teil ungehindert in die Blutbahnen gelangen würden.
Sieber weist darauf hin, dass 20% der gesamten PM10 (Feinstaub)-Belastung „hausgemacht“ seien und durch Emissionen aus dem Autoverkehr, dem Hausbrand, der Landwirtschaft und durch Industrie und Gewerbe (im Burgenland v.a. durch die Bauindustrie) entstehen würden.
Aber auch andere – kaum in einen derartigen Verdacht geratende – „Freizeitbeschäftigungen – würden zu einer enormen Lufbelastung führen – allen voran das Abbrennen von Feuerwerkskörpern. „Eine Sofort-Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität könnte daher z.B. sein, alle Feuerwerke rund um Silvester zu verbieten,“ schlägt Sieber vor. „Zu Neujahr ist die Feinstaubbelastung so hoch wie an keinem anderen Tag im Jahr – nach Mitternacht nimmt die Feinstaubkonzentration sprunghaft zu und in der ersten Stunde nach dem Jahreswechsel sind oft bis zu 4000 Mikrogramm Feinstaub in einem Kubikmeter Luft enthalten!“ Zum Vergleich: In den Großstädten werden im Jahresdurchschnitt 30 bis 40 Mikrogramm gemessen.
Weiter in die Zukunft gedacht wären Maßnahmen, wie Öffi-Wintertickets für Pendler und die Förderung von Hybrid- und E-Taxis anzudenken. Die Modernisierung und Umrüstung von Fuhrparks sowie die Filterung von Baumaschinen wären ebenso wirkungsvolle Maßnahmen. Insgesamt müsste dringend der Ausbau der E-Mobilität vorangetrieben werden.
„V.a. aber ist es wichtig, endlich unsere „Heilige Kuh“ – das Auto – an die Kandare zu nehmen und nicht weiter das gesamte Bundesland mit Straßen zuzupflastern. Denn – gerade in der Nähe stark befahrener Straßen sind ultrafeine Partikel besonders hoch konzentriert,” meint die Grüne Bezirkssprecherin abschließend.
Geschrieben von: Wolfgang
am 15.12.2011
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